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Der Windatlas und der Wind in Kraichtal

 

Entscheidend für den Einsatz von Windrädern sind Windgeschwindigkeit und –häufigkeit.


Im Windatlas 2011 wurde vom TÜV SÜD für den Kraichgau beurteilt: „Die ermittelten Windgeschwindigkeiten sind durchwegs niedriger als 5,3 m/s. Der Grund hierfür ist in erster Linie die relativ geringe Höhe von max. 350 m ü. NN, sodass Abschattungen aller umliegender Mittelgebirge voll zum Tragen kommen…In Bereich des Kraichgaus befinden sich keine Windkraftanlagen (WKA), so dass bei der Modellierung auf Daten der Windmessung in Karlsruhe sowie auf lokale Wetterstationen zurückgegriffen wurde. Gleichwohl ist das Gebiet orographisch einfach strukturiert und mit einzelnen Siedlungen und Waldstücken durchsetzt. Diese Gegebenheiten lassen eine Genauigkeit der Berechnungsergebnisse von max. +/- 0,25 m/s zu. Es scheint, als seien Windkraftanlagen in diesem Bereich nur sehr bedingt wirtschaftlich zu betreiben.“


Im Windatlas 2019 (mit neuer Einheit „Watt/m².“) heißt es zum Kraichgau: "Die Lage…lässt keine hohen Windgeschwindigkeiten erwarten. Einzig die nach der Hauptwindrichtung Westen hin zum Rheingraben geöffnete Geländesituation wirkt sich leicht begünstigend aus. Es findet sich recht großräumig ein Windangebot um 250 W/m². Ein Windangebot mit mehr als 300 W/m² ist nur ganz vereinzelt vorzufinden.“


Im Flächennutzungsplan Kraichtal wird für den Landskopf mit Windgeschwindigkeiten von 5,0-5,25 m/s gerechnet. Das Umwelt-Ministerium Baden-Württemberg schreibt: „Im alten Windatlas galten Standorte ab 5,5 m/s im Jahresdurchschnitt (140 m Nabenhöhe) als geeignet. Im neuen Atlas sollen Standorte mit einer mittleren Windleistungsdichte von mindestens 5,65 m/s – 5,9 m/s 160 m über Grund (160 Nabenhöhe) als geeignet angesehen werden. Der neue Orientierungswert für geeignete Flächen wird den Planungsträgern und Behörden als künftige Beurteilungsgrundlage empfohlen.“


Alle diese Fakten hinterlassen die Frage, warum Windräder in Kraichtal vom Regionalverband Mittlerer Oberrhein als wirtschaftlich, erforderlich und effizient betrachtet werden. Aus Sicht der Investoren könnten insbesondere die attraktiven Subventionen die Projektumsetzung lukrativ machen.