Für eine Landschaft im Einklang mit Mensch und Natur

Online-Vortrag
„Was Grundstücks-Eigentümer bei der Verpachtung von Windradflächen beachten sollten“


Bereits heute weist der Verein Windradfreies Kraichtal n.e.V. auf einen Online-Vortrag am Dienstag 18. Januar 2022 um 19:30 Uhr (ca. 45 min inkl. Fragerunde) hin. Der Titel: „Was Grundstücks-Eigentümer bei der Verpachtung von Windradflächen beachten sollten.“


Zu diesem Thema konnte der Verein einen renommierten Berliner Rechtsanwalt gewinnen, der über die Für und Wider der Flächenverpachtung für Windkraftprojekte informieren wird. Der Referent hat sich auf das in den letzten Jahren immer bedeutender gewordene Sonderdezernat des privaten Energievertragsrechtes konzentriert. Und vertritt in diesem Zusammenhang Vertragspartner im Umfeld von Windkraftflächen-Verpachtungen.


Besonders angesprochen sind Landwirte und Eigentümer der in Kraichtal oder anderen Orten vom potentiellen Windradausbau betroffenen Flächen.


Bitte merken Sie sich den Termin für die kostenfreie Online-Veranstaltung schon heute vor oder – noch besser - melden Sie sich gleich dazu an: bitte per eMail an windradfreies-kraichtal@web.de.


Die kostenfreie Veranstaltung wird online in Microsoft Teams durchgeführt. Benötigt werden: PC/Laptop mit Internet-Zugang und -Browser und Lautsprecher/Mikrofon (oder Headset). Die Zugangsdaten werden etwa 3 Tage vor der Veranstaltung per eMail an die Angemeldeten verschickt. Weitere Infos unter www.windradfreies-kraichtal.de.

Bürger-Dialog zu Windkraft in Menzingen


Am 13.11. lud der Verein „Windradfreies Kraichtal“ zu einem Infostand in der Mitte von Menzingen ein. Ziel war es, sich mit Kraichtaler Bürgerinnen und Bürgern über die Vereinsaktivitäten aber auch über die Bedenken bezüglich des Windradprojektes in Kraichtal auszutauschen. Trotz des herbstlich kühlen Wetters nutzten zahlreiche Kraichtalerinnen und Kraichtaler das Angebot: potentiell Betroffene, Eigentümer von Grundstücken im Planungsbereich, Windradskeptiker und Informations-Interessierte. Aber auch zufällige Passanten und Windradbefürworter nutzten den Stand, um sich die Argumente der Vereinsmitglieder anzuhören und sich offen und kritisch mit ihnen zu unterhalten. Im neu gestalteten Flyer konnten die Besucher die Informationen in komprimierter Form mit nach Hause nehmen. Das einhellige Fazit der Vereinsmitglieder an diesem Vormittag: „Ein guter Anfang und Weg, um auf unseren Verein und unsere Ziele aufmerksam zu machen. Und um sich (Corona-konform) von Person zu Person auszutauschen. Eine wichtige Alternative zu den Online-Angeboten.“ Besonders erfreulich war der Besuch des Landtagsabgeordneten Dr. Christian Jung, der sich vehement gegen Windkraftanlagen im windschwachen Kraichtal ausspricht. Aber auch von Vertretern der regionalen Presse. Ganz sicher wird das nicht der letzte Infostand gewesen sein. In den nächsten Tagen werden die Menzinger die neue Infobroschüre des Vereins in ihren Briefkästen finden. 

Verein Windradfreies Kraichtal begutachtet Windräder aus der Nähe

Am 1. November machten sich über 20 Mitglieder des Vereins „Windradfreies Kraichtal“ sowie benachbarter Initiativen auf, um die 11 Windräder bei Straubenhardt aus der Nähe zu betrachten. Vor Ort gab Jürgen Falkenberg, stellvertretender Vorsitzender der Bürgerinitiative Gegenwind Straubenhardt, ausführliche Infos zum Windpark, zur Entstehung, Umsetzung und zu den bisherigen Erfahrungen. Die Anlagen haben eine Nabenhöhe von je 142,5 Metern und eine Gesamthöhe von je 199 Metern. Bei leichtem Wind und permanentem chsch, chsch, chsch des Windrades Nummer 10 im Hintergrund verwies Herr Falkenberg darauf, dass die Initiative für den Windpark im Gemeindewald von der Gemeindeverwaltung Straubenhardt aus ging. Nach einer wenig bis gar nicht kommunizierten Vorbereitung wurde die örtliche Bevölkerung am Tag des Sommerferien-Beginns 2014 über das geplante Großprojekt informiert. Ende 2014 beantragte der Windpark-Investor das immissionschutzrechtliche Genehmigungsverfahren. Die Offenlage der Genehmigungsunterlagen erfolgte im Sommer 2015. Zahlreiche Fehler in den Gutachten des Investors wurden in Einwendungen aufgezeigt, jedoch vom Landratsamt Enzkreis leider nicht beachtet. Mitte Dezember 2016 erfolgte die Genehmigung und sofort im Januar 2017 begannen die Rodungsarbeiten. Die BI klagte vor dem Verwaltungsgericht Karlsruhe gegen die Genehmigung, der nachweislich fehlerhafte Naturschutzgutachten zugrunde lagen. Das Gericht folgte nicht der Rechtsauffassung des EuGH und die Klage wurde erst nach 1,5 Jahren (!) zeitverzögert abgelehnt. Begründung: Die BI sei nicht klagebefugt. Bis März 2018 wurden 11 Anlagen des Typs „Siemens SWT-3.0-113“ mit je 3 Megawatt Nennleistung fertiggestellt. Insgesamt wurden dafür 14 Hektar Wald gerodet und der Boden verdichtet und versiegelt. In den ersten beiden Betriebsjahren wurden im Mittel 58.040 Megawattstunden Strom erzeugt, was der Prognose der BI Gegenwind Straubenhardt entspricht, aber nur 67,7% der Prognose des TÜV Süd als Bestandteil des Genehmigungsverfahrens. Besonders pikant: Herr Falkenberg verwies auf die technische Möglichkeit, die Rotoren der Windräder von den Generatoren zu entkoppeln und so auch bei minimalstem Wind Drehbewegungen zu ermöglichen und dadurch ein stromproduzierendes und regelmäßiges Arbeiten der Windräder vorzutäuschen. Und weiterhin: Laut Statistischem Bundesamt (Pressemitteilung Nr. N 062 vom 21.10.2021) waren Windkraft-Anlagen in Deutschland im 1. Halbjahr 2021 rein rechnerisch nur zu 21 % voll ausgelastet. Der Nutzungsgrad der Windkraft schwankte seit 2018 aufgrund unsteter Wetterverhältnisse zwischen 10 % und 47 %. Der höhere Wert kam letztendlich nur durch das Sturmtief „Sabine“ im Jahr 2020 zustande.